Was moderne Motoren vom Öl fordern: vier Belastungsszenarien aus der Praxis
Durch moderne Motorentechnik hat sich die Anforderung an Motorenöle in den letzten Jahren grundlegend verändert. Die folgenden vier Betriebssituationen zeigen, warum ein hochwertiges, freigegebenes Öl kein Luxus ist, sondern eine technische Notwendigkeit.
Partikelfilter und Abgasnachbehandlung: Schutz durch Low-SAPS-Formulierung
Motoröle, die nicht speziell für Motoren mit Partikelfiltern formuliert sind, können durch ihre Verbrennungsfilter aschebildende Rückstände hinterlassen. Diese setzt sich wiederum im Partikelfilter ab und lässt sich, anders als Rußpartikel, nicht durch die normale Regeneration des Filters verbrennen. Mit der Zeit verstopft der Filter, der Abgasgegendruck steigt und der Motor verliert seine Leistung. Im Extremfall ist ein vorzeitiger und teurer Filtertausch die Folge.
Divinol Low-SAPS-Motorenöle lösen dieses Problem durch eine präventive chemische Formulierung. Sulfataschen, Phosphor und Schwerfel werden auf das technisch notwendige Minimum begrenzt. Dadurch entstehen von vornherein kaum aschebildende Rückstände, die den Filter belasten können.
Lange Wechselintervalle und Ölschlamm: Was passiert, wenn die Additivreserven erschöpft sind
Hochwertige Motorenöle enthalten sogenannte Dispersanten. Diese Additive umschließen Schmutz- und Rußpartikel einzeln, halten sie in der Schwebe und verhindern, dass sie sich zu größeren Ablagerungen zusammenballen. Über lange Betriebsdauer werden diese Dispersant-Reserven aufgebraucht.
Ist das der Fall, beginnen Schmutzpartikel, Rußrückstände und Ölalterungsprodukte sich miteinander zu verbinden und den gefürchteten Ölschlamm zu bilden. Dieser Schlamm wird vom Ölkreislauf durch den Motor transportiert und lagert sich an kritischen Stellen ab. Filter und Siebe setzen sich zu, Ölkanäle blockieren, Kolben und Nockenwelle werden nicht mehr ausreichend geschmiert. Bei Wechselintervallen von 30.000 km und mehr ist ein Öl, das diese Reserven nicht für die gesamte Laufzeit bereithält, eine direkte Gefahr für den Motor.
Start-Stopp-Betrieb: Warum Stadtverkehr den Motor stärker belastet als die Autobahn
Eine Autobahnfahrt über 500 km bedeutet für den Motor einen einzigen Kaltstart und danach stundenlangen Betrieb im sicheren hydrodynamischen Schmierzustand, bei dem ein stabiler Ölfilm sämtliche beweglichen Teile trennt. Eine Fahrt durch die Stadt mit 20 Ampelstopps bedeutet dagegen den 20-fachen Übergang vom sicheren Schmierzustand in die sogenannte Grenzreibung, den Moment, in dem der Ölfilm noch nicht vollständig aufgebaut ist und Metall auf Metall trifft.
Genau dieser Moment ist der verschleißintensivste im gesamten Motorleben. Die Qualität der Verschleißschutzadditive im Motorenöl entscheidet darüber, wie viel Substanz der Motor bei jedem dieser Übergänge verliert. Divinol-Motorenöle sind so formuliert, dass die Schutzadditive auch in der kritischen Phase zwischen Stillstand und vollständig aufgebautem Schmierfilm wirksam bleiben.
LSPI bei Downsizing-Motoren: Wenn der Motor sich selbst zerstört
LSPI, die sogenannte Vorentflammung bei niedrigen Drehzahlen, ist eine der größten Herausforderungen moderner Downsizing-Motoren. Das Phänomen tritt typischerweise bei Drehzahlen zwischen 1.500 und 2.500 Umdrehungen pro Minute unter hoher Last auf. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch entzündet sich unkontrolliert, während der Kolben sich noch in der Aufwärtsbewegung befindet. Die Folge ist keine geordnete Verbrennung, sondern eine abrupte Druckwelle, die wie ein Hammerschlag auf Kolbenboden, Pleuel und Kurbelwelle wirkt. Bereits wenige dieser Ereignisse können zum Totalschaden führen.
Zwei Faktoren begünstigen das Phänomen. Öleintrag in den Brennraum wirkt unter dem extremen Druck moderner Turboladung wie ein Zündbeschleuniger. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Calcium als klassisches Reinigungsadditiv in Motorenölen die Vorentflammungsneigung verstärkt. Ausgewählte Divinol-Motorenöle für PKW setzen deshalb auf Magnesium anstelle von reinem Calcium und enthalten spezifische LSPI-Inhibitoren, die ein unkontrolliertes Vorzünden von Öltröpfchen im Brennraum unterdrücken. Welche Produkte diese Formulierung tragen, entnehmen Sie bitte den jeweiligen Produktdatenblättern oder fragen Sie unseren technischen Außendienst.
Darum altern Motorenöle in modernen Motoren schneller
Frühere Motorgenerationen arbeiteten mit niedrigeren Drücken, moderaten Temperaturen und großzügigen Ölwechselintervallen. Moderne Motoren haben diese Bedingungen grundlegend verändert.
Turboaufladung und Downsizing erzeugen auf kleinem Raum erhebliche Wärme, die die Oxidation des Öls beschleunigt. Bei Kurzstreckenfahrten, im Stopp-and-Go-Verkehr und in Hybridfahrzeugen gelangt unverbrannter Kraftstoff in den Ölkreislauf und senkt die Viskosität des Öls, was die Schmierleistung direkt beeinträchtigt. Gleichzeitig werden immer dünnflüssigere Öle eingesetzt, etwa 0W-20, um Reibungsverluste zu minimieren. Diese Öle benötigen leistungsstarke Additivpakete, um auch unter Druck und bei hohen Temperaturen einen stabilen Schmierfilm aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen Wechselintervalle von bis zu 30.000 km, über die das Öl all diesen Belastungen standhalten muss.
Divinol-Motorenöle begegnen dieser Herausforderung durch präzise abgestimmte Additivpakete. Antioxidantien verzögern die oxidative Alterung, hochwertige Verschleißschutzadditive erhalten die Schmierleistung auch im gealterten Zustand, und Reinigungsadditive verhindern die Entstehung von Ablagerungen über die gesamte Betriebsdauer.