Alterung, Additivabbau und Verschleiß im Getriebeöl
Zahlreiche Fahrzeughersteller bewerben ihre Automatikgetriebe als „Lifetime-Füllung”, was suggeriert, dass ein Getriebeölwechsel nicht notwendig sei. Diese Aussage ist allerdings irreführend. Was Hersteller unter der beworbenen „Lifetime” verstehen, ist eine kalkulierte Betriebsdauer unter Normalbedingungen von etwa 150.000 bis 180.000 km. Experten wie ZF, einer der weltweit größten Getriebelieferanten, empfehlen in eigenen technischen Dokumenten bei erschwerten Bedingungen wie Anhängerbetrieb, häufigem Stop-and-Go oder Bergfahrten einen Wechsel alle 60.000 bis 80.000 km.
Ganz unabhängig von Herstellerangaben laufen im Getriebeöl physikalisch-chemische Alterungsprozesse ab, die sich nicht ändern lassen. Oxidation und die damit verbundene Säurebildung greifen Metallkomponenten und Dichtungen an. Additive, die das Reibwertverhalten, den Korrosionsschutz und die Reinigungsleistung sicherstellen, werden mit der Zeit aufgebraucht. Durch die permanente mechanische Belastung zwischen den Zahnrädern verlieren polymere Viskositätsverbesserer ihre Struktur und das Öl wird in Folge dessen zu dünnflüssig. Metallabrieb und Schmutzpartikel agglomerieren und wirken im Getriebe wie Schleifpaste, die empfindliche Ventile und Zahnflanken angreift.
Da viele Fahrzeuge weit über die 180.000 km betrieben werden, rät Zeller+Gmelin generell zu einem Wechsel alle 80.000 bis 100.000 km oder aber spätestens nach sechs Jahren.