Digital Print in der Industrie

Digitaldruckfarben für flache oder 3-dimensionale Anwendungen

Wie funktionale Tinten und präzise Prozesse die Produktdekoration verändern

Der Digitaldruck hat sich von einer rein visuellen Disziplin für Werbemittel zu einem Schlüsselverfahren der industriellen Fertigung entwickelt. Während im klassischen Grafikdruck das Druckbild als Informationsträger im Vordergrund steht, fungiert der Druck in der Industrie als funktionale Beschichtung auf technischen Produkten. Bedruckt werden Kunststoffe, Glas, Metalle oder Verbundwerkstoffe. Damit steigen die Anforderungen an chemische Beständigkeit, Abriebfestigkeit und Haftung drastisch. Der Tintentropfen wird so gesehen zu einem Baustein des Endprodukts.

Unsere Inkjet-Spezialisten analysieren Ihre Anforderungen an Haftung, Chemikalien- und Abriebfestigkeit und entwickeln gemeinsam mit Ihnen die optimale Prozesslösung.

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Wie funktionale Tinten und präzise Prozesse die Produktdekoration verändern

Oberflächenenergie im Digital Print: Die Physik der perfekten Tropfenbenetzung

Betrachtet man den industriellen Inkjet-Druck unter dem Mikroskop, gleicht jeder einzelne Schuss einer physikalischen Punktlandung. Innerhalb von Millisekunden verlässt ein mikroskopisch kleiner Tintentropfen die Piezo-Düse, fliegt durch den freien Raum und trifft mit hoher Geschwindigkeit auf die Substratoberfläche. In genau diesem Bruchteil einer Sekunde entscheidet sich das Schicksal der gesamten Produktdekoration: Findet der Tropfen Halt oder stößt das Material ihn ab?

Entscheidend ist weniger ein mathematisches Verhältnis als die Abstimmung beider Größen. Für eine gute Benetzung sollte die Oberflächenenergie des Substrats in der Regel höher sein als die Oberflächenspannung der Tinte. Die endgültige Haftfestigkeit wird jedoch zusätzlich durch weitere Einflussgrößen bestimmt, insbesondere durch die chemischen Wechselwirkungen zwischen Tinte und Substrat, die Oberflächenmorphologie (z. B. Rauheit und Porosität) sowie die Trocknungs- bzw. Aushärtungsmechanismen der Tinte.

Als Messgröße dient der Kontaktwinkel des Tropfens auf dem Untergrund. Ein physikalisch idealer Kontaktwinkel liegt im Bereich von 20 bis 40 Grad. Bei kleineren Winkeln verläuft die Tinte unkontrolliert, was zu unscharfen Kanten bei feinen Strukturen oder Barcodes führt. Bei größeren Winkeln zieht sich der Tropfen zu einer Kugel zusammen, was ein ungleichmäßiges Druckbild und mangelnde Haftung nach sich zieht.

Um Kunststoffe wie Polyethylen oder Polypropylen für den digitalen Print vorzubereiten, kommen Vorbehandlungen zum Einsatz. Physikalische Verfahren wie Corona- oder Plasmaentladungen reinigen und aktivieren die Oberfläche. Reicht dies nicht aus oder weist das Material eine ausgeprägte Porosität auf, bildet ein chemischer Primer die notwendige Brücke, um Farbintensität, Randschärfe und Beständigkeit zu garantieren.

Druckkopftechnik und Feindosierung: Präzision im Mikrometerbereich

Das Herzstück jeder industriellen Digital Print Anlage ist das Druckkopfsystem, das einen erheblichen Teil der Gesamtinvestition einer Maschine ausmacht. Bei Anlagen mit vielen parallel geschalteten Köpfen sichern regelmäßige Wartungsintervalle, Reinigungsmaßnahmen und kontrollierte Umgebungsbedingungen die Betriebsbereitschaft und Lebensdauer. Mangelnde Pflege führt zu Düsenausfällen, Fehlleitung von Tropfen oder bleibenden Schäden an den empfindlichen Piezo-Elementen.

Neben der Pflege bestimmt die Steuerung der Tropfengröße die Balance zwischen Auflösung und Ausstoß.

Feine Tropfen erzeugen weiche Farbverläufe sowie höchste Detailtreue in der Grafik.

Große Tropfen transportieren mehr Tintenvolumen pro Impuls, was hohe Flächenleistungen und beschleunigte Produktionsgeschwindigkeiten auf industriellen Substraten ermöglicht.

Moderne Graustufen-Druckköpfe variieren das Tropfenvolumen dynamisch und vereinen die Vorteile feiner Details mit hoher Liniengeschwindigkeit.

Spezialisierte Tintenreihen wie die UVAJET-Serie nutzen diese Bandbreite, um sowohl dünne Farbschichten als auch haptische 3D-Effektlacke mit hoher Randschärfe auf Formkörpern oder Glas zu platzieren.

Tintentechnologien im Vergleich: Das molekulare Finale unter UV-Licht

Nach dem Aufprall des Tropfens vollzieht sich die finale Transformation zum widerstandsfähigen Schutzschild. Welcher Mechanismus hierbei greift, hängt vom gewählten Tintensystem ab.

Strahlungshärtende UV- und LED-UV Tinten bieten erhebliche Vorteile auf nicht-saugenden Oberflächen. Sobald das UV-Licht auf den Tintentropfen trifft, vernetzen die flüssigen Bestandteile zu einem extrem dichten, festen Polymernetzwerk. Da nahezu keine Flüssigkeit verdunstet, arbeitet das Verfahren extrem schnell, härtet ohne Verzug aus und benötigt im Vergleich zum Verdampfen von Lösungsmitteln oder Wasser deutlich weniger Energie.

Wasserbasierte Tinten kommen in erster Linie auf saugenden Materialien wie Papier oder Kartonagen zum Einsatz. Sie sind emissionsarm und eignen sich hervorragend für Primär- und Sekundärverpackungen im Lebensmittelbereich, bei denen strenge regulatorische Grenzwerte gegen Migration eingehalten werden müssen. Der energetische Aufwand für die thermische Trocknung des Wasseranteils muss dabei in der Gesamtnachhaltigkeitsbilanz berücksichtigt werden.

Tintentechnologien im Vergleich: Das molekulare Finale unter UV-Licht

Neue Horizonte über das Etikett hinaus

Während der Digital Print im klassischen Schilder- und Bannerdruck ausgereift ist und auch im Etikettendruck eine sehr hohe Marktdurchdringung erreicht hat, verlagert sich das primäre Wachstum in neue Segmente.

Der Markt für Wellpappeverpackungen, Kartonagen und flexible Folienverpackungen bietet großes Potenzial für digitale Verfahren. Bei flexiblen Kunststoffen für Lebensmittel- oder Verbrauchsgüter stellen dünne Materialstärken und thermische Empfindlichkeiten hohe Anforderungen an die Tintenentwicklung. Die kontinuierliche Erprobung neuer UVAJET-Formulierungen zielt darauf ab, diese Substratklassen mit verlässlichen Haftungs- und Dehnungseigenschaften zu erschließen und den industriellen Digital Print auf weitere Produktsparten auszudehnen.

Prozesssicherheit im industriellen Digitadruck durch systemische Abstimmung

Der erfolgreiche Einsatz digitaler Drucksysteme in der industriellen Produktdekoration ist kein isolierter Vorgang. Er gleicht einer Kettenreaktion, die auf dem präzisen Zusammenspiel aller Einflussfaktoren basiert: von der chemischen Oberflächenenergie des Substrats über die abgestimmte Vorbehandlung und Druckkopfsteuerung bis hin zur hochfunktionalen Tintenspezifikation. Nur wenn diese Komponenten exakt aufeinander aufbauen, entstehen langlebige, beständige und wirtschaftliche Druckergebnisse auf anspruchsvollen Materialien.

Unsere Spezialisten unterstützen Sie von der ersten Werkstoffanalyse über die Qualifizierung neuer Substrate bis hin zur Feinabstimmung Ihrer Prozessparameter.

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Prozesssicherheit im industriellen Digitadruck durch systemische Abstimmung

FAQ

Grafiktinten sind auf visuelle Parameter wie Farbraum, Brillanz und Randschärfe auf Standardmedien optimiert. Tinten für den industriellen Digital Print müssen zusätzlich funktionale Aufgaben erfüllen und hohe Beständigkeiten gegen Chemikalien, Abrieb, UV-Strahlung oder Witterung auf anspruchsvollen Substraten bieten.

Der Kontaktwinkel beschreibt die Benetzung der Oberfläche durch den Tintentropfen. Ein Winkel zwischen 20 und 40 Grad garantiert eine optimale Ausformung des Tropfens ohne Verlaufen, was die Basis für hohe Randschärfe und verlässliche Haftung bildet.

Ein Primer wird benötigt, wenn die Oberflächenenergie des Substrats für eine direkte Benetzung zu niedrig ist oder die Tinte auf porösen Materialien zu stark aufgesaugt wird. Er verbessert die Haftung auf Kunststoffen wie PE oder PP und verhindert ein Ausblassen der Farben.

UV-Tinten härten innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde auf nicht-saugenden Substraten aus, bilden extrem widerstandsfähige Oberflächen und benötigen für die Aushärtung weniger thermische Energie als das Verdampfen wasserbasierter Systeme.

Nach der weitgehenden Durchdringung des Etikettenmarkts verschieben sich die Wachstumsschwerpunkte zunehmend in den Bereich von Wellpappe, Kartonverpackungen, flexiblen Folien sowie Spezialbeschichtungen auf industriellen Formteilen.

Auswahl an UV, UV-LED- und wasserbasierte Inkjet-Tintenlösungen, die einen Mehrwert bei der individuellen Gestaltung von Produktinformationen und Dekorationen im Grafik-, Verpackungs- und industriellen Druck bieten.

Infomaterial

Digital Printing

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Moderne FCM-Technologie

In Übereinstimmung mit den strengeren gesetzlichen Anforderungen für den Druck auf Lebensmittelverpackungen

Immer strengere gesetzliche Auflagen erhöhen die Anforderungen an die Produktion von gesetzeskonformen Lebensmittelverpackungen. Umso wichtiger ist die richtige Wahl der Tinten- und Lacksysteme.

Auf der Grundlage aktueller Entwicklungen und neuester Rohstoffe bietet Zeller+Gmelin Ihnen die richtige Lösung. Moderne FCM-Tintensysteme enthalten deutlich weniger migrierbare Substanzen. Zusammen mit dem Einsatz spezieller vernetzter Initiatoren hat Zeller+Gmelin das Migrationspotenzial auf ein Minimum reduziert. Das Molekulargewicht der vernetzten Fotoinitiatoren (ca. 1000 Dalton) ist um ein Vielfaches höher als das von herkömmlichen Fotoinitiatoren (< 400 Dalton). Sie enthalten außerdem polymerisierbare Gruppen, die am Aushärtungsprozess beteiligt sind und somit fest in die chemische Struktur des Druckfarbenfilms integriert sind. Diese Eigenschaften machen die FCM-Systeme von Zeller+Gmelin extrem sicher!

Unsere FCM-Technologie ist mehr als nur "migrationsarm". Sie zeichnet sich durch ihre hochwertige Zusammensetzung, gepaart mit höchsten Anforderungen und niedrigstem Migrationsverhalten, sowie durch hervorragende Druckeigenschaften aus.

Der Vorteil der Konformität

  • Nestlé Standard St-80.001 (Printing Inks für Lebensmittelverpackungen)
  • Ohne Bisphenol A und Rohstoffe auf Basis von Bisphenol A
  • Schweizerische Gebrauchsgegenständeverordnung 817.023.21
  • GMP-Verordnung (EU) 2023/2006
  • EU-Verordnung 10/2011 in ihrer neuesten Fassung
UV-Standard-Diagramm
UV-Standard
Zeller+Gmelin FCM Farben Diagramm
Zeller+Gmelin FCM Farben

LED-Technologie

Als Spezialist für strahlenhärtende Druckfarbensysteme von höchster Qualität bieten wir auch hochwertige Druckfarben im Bereich der LED-UV-Technologie an.

Die LED-Technologie ist besonders interessant für umweltbewusste Unternehmen, die nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch die Umwelt schützen wollen. Die LED-Technologie bietet einen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteil.

Die LED-Technologie hat sich zu einer echten Alternative auf dem Gebiet der Strahlungshärtung entwickelt! Im Prinzip ist der Polymerisationsprozess einer LED-Tinte identisch mit dem eines UV-Systems. Der Unterschied besteht darin, dass ein LED-System mit einer bestimmten Wellenlänge trocknet. Die Vernetzungsreaktion wird also durch eine Anregung in einem sehr engen Wellenlängenbereich ausgelöst. Industrielle LED-Systeme können in einem Wellenlängenbereich von 365 nm bis 405 nm arbeiten. Die gebräuchlichsten Systeme sind die, die bei 385 nm oder 395 nm emittieren.

Umweltfreundlich + energieeffizient

Unsere Printing Inks sind hochreaktive Systeme, die dank ihrer Formulierung keinerlei flüchtige Rohstoffe benötigen. Das macht unsere Printing Inks lösungsmittelfrei und emissionsfrei! Die LED-Technologie macht außerdem Quecksilberdampflampen vollständig überflüssig. Das bedeutet, dass Sie kein Quecksilber mehr in Ihrem Produktionsprozess haben und somit die Umwelt schützen. Durch die Verwendung einer bestimmten Wellenlänge beim Einsatz von LED-Strahlern wird kein Ozon an der Maschine erzeugt, die Wärmezufuhr wird auf ein Minimum reduziert und es wird keine kritische UV-C-Strahlung abgegeben. Das macht unsere LED-Tintenlösungen zu einem benutzer- und umweltfreundlichen System!

  • Keine Ozonbildung
  • Quecksilberfreie Technologie
  • Keine kritische UV-C-Strahlung
  • Minimaler Wärmeeintrag
  • Geringer Energiebedarf
Illustration der LED-Technologie

Profitabel + Leistungsstark

LED-Lampen sind sofort einsatzbereit, wodurch Standby- und Aufwärmzeiten entfallen. Sie können die Lampen im "Einschalten-Ausschalten"-Modus betreiben und so Ihre Prozesse takten. Darüber hinaus können LED-Einheiten aufgrund ihres Designs teilweise geschaltet werden. So können LEDs, die nicht benötigt werden, außerhalb des Druckbereichs ausgeschaltet werden. LED-Lampen haben außerdem eine viel längere Lebensdauer ohne Leistungsverlust. Dies verlängert die Wartungszyklen um ein Vielfaches.

  • Hohe Effizienz
  • Lange Nutzungsdauer
  • Keine Leistungseinbußen
  • Zone schalten
  • taktil
  • Keine Aufwärmphase
  • Keine Standby-Zeit

Analytik Zentrum

Zeller+Gmelin verfügt über ein hauseigenes Analysezentrum, das speziell für die Entwicklung migrationsarmer Druckfarben, für Rohstoffkontrollen und für die interne Prüfung von Testmustern eingerichtet wurde.

Wir haben jetzt auch die Möglichkeit der Flüssigchromatographie mit einem hochauflösenden Quadrupol-Flugzeit-Massenspektrometer für noch präzisere und empfindlichere Analysen. Darüber hinaus lassen wir unsere migrationsarmen Tintenserien stets von unabhängigen Analyseinstituten testen und bewerten. Diese doppelte Prüfung ermöglicht es uns, Druckern, Verpackungskäufern und Verbrauchern die größtmögliche Produktsicherheit zu bieten.

Zahlreiche Analysen haben gezeigt, dass bei richtiger Anwendung unserer migrationsarmen Tintenserie der gesetzliche Grenzwert von 10 ppb in Migrationstests mit 95%igem Ethanol nicht nur sicher eingehalten, sondern sogar deutlich unterschritten werden kann.

  • Flüssigkeitschromatographie mit hochauflösendem Quadrupol-Flugzeit-Massenspektrometer (LC-QToF-MS)
  • Gaschromatographie mit Massenspektrogramm (GC-MS)
  • Flüssigchromatographie mit Massenspektrogramm (LC-MS)
  • Qualitätskontrolle der von uns verwendeten Rohstoffe
  • Interne Auswertung der Testmuster
Labor des Analytikzentrums

Mischen mit Z-Base Farben

Aufgrund jahrelanger positiver Erfahrungen mit monopigmentierten Farbmischsystemen bieten wir für alle unsere Farbserien ein monopigmentiertes Farbmischsystem an.

Wir arbeiten in unseren Produktionsstätten mit denselben monopigmentierten Farbmischsystemen. Dies gewährleistet eine schnelle und effektive Farbkommunikation zwischen dem Hersteller und der Druckerei. Unabhängig davon, ob PANTONE®-Schmuckfarben oder andere gängige Mischfarbsysteme gemischt werden müssen, unsere hochpigmentierten Farbmischsysteme erzielen immer das bestmögliche Ergebnis. Selbst lüfterunabhängige Farbtöne können optimal eingestellt werden.

Vorteile

  • PANTONE®-Töne können besser gemischt werden
  • Farbmischungen sind farbenfroher und reiner, da nur die tatsächlich für eine Farbmischung benötigten Pigmente verwendet werden
  • die höhere Farbintensität ermöglicht den Druck mit geringen Schichtdicken
  • Reduzierte Tonwertzunahme beim Rasterdruck
  • Größere Flexibilität bei der Einstellung der Farbintensität von Schmuckfarben
  • weniger Farbverschiebungen bei der Betrachtung der Druckerzeugnisse unter verschiedenen Lichtquellen (Metamerie)
  • Die Farbkommunikation zwischen dem Farbhersteller und dem Kunden ist dank der Verwendung von monopigmentierten Mischsystemen einfacher und damit schneller
  • Mischungsempfehlungen sind für alle PANTONE®-Farben erhältlich
  • Farbrezeptier-, Misch- und Dosiersysteme sind in verschiedenen Ausbaustufen erhältlich
  • Senkung der Lagerkosten
  • Geringere Entsorgungskosten für Farbreste
Farbrad für Z-Base Farben