Hartmetall: ein Sonderfall mit Gesundheitsrelevanz
Hartmetallwerkzeuge bestehen aus Wolframkarbid-Partikeln, die mit Kobalt als Bindemittel verpresst werden. Beim Finishing-Schleifen entsteht ein spezifisches Problem: Das Material ist nahezu auf Endmaß gefertigt und wird nur noch abgeschliffen, was sehr feine Späne mit einer im Verhältnis zum Volumen großen Oberfläche erzeugt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kobalt aus dem Metallgefüge in den Kühlschmierstoff übergeht.
Fehlendes Kobald schwächt dann nicht nur das Gefüge des Hartmetalls, sondern in wässrigen Schmierstoffen kann Kobalt dann auch leicht zu Verbindungen reagieren, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein und entsprechend so eingestuft werden. Im öligen Bereich sind die Bedingungen für solche Reaktionen sehr viel ungünstiger, trotzdem bleibt die Auslösung unerwünscht: Sie verkompliziert die Altölentsorgung und stellt über Hautkontakt oder durch das Einatmen von Aerosolen ein vermeidbares Gesundheitsrisiko dar.
Kobaltinhibitoren stabilisieren die Hartmetalloberfläche chemisch und verhindern die Auslösung von Beginn an. Nicht weniger wichtig ist die Filtration. Da beim Hartmetallschleifen feinste Partikel abgetragen werden sind Filtrationssysteme mit Porendurchmessern von 1 bis 5 µm sinnvoll. Gemeinsam bilden Inhibitoren und Filtration ein verlässliches System für die sichere Hartmetallbearbeitung.