Kettenflexibilität
Verklebungen zwischen den Bolzen, Buchsen und Treibgliedern verringern die Beweglichkeit der Kette. Der dadurch erhöhte Widerstand auf der Führungsschiene begünstigt eine vorzeitige Kettenlängung.
Der Unterschied zwischen einem speziellen Sägekettenöl und einem konventionellen Motoren- oder Getriebeöl liegt in der Art der Anwendung. Während klassische Automobilöle für eine Umlaufschmierung in geschlossenen Kreisläufen entwickelt wurden, arbeiten Sägeketten systembedingt mit einer reinen Verlustschmierung. Das Öl wird einmalig auf die Schneidgarnitur gefördert, im Schnittspalt verbraucht und anschließend in die Umwelt abgeschleudert.
Bei herkömmlichen Schmierölen fehlen die physikalischen Eigenschaften, um den enormen Fliehkräften an einer schnell umlaufenden Sägekette zu widerstehen. Sie sind viel eher darauf ausgelegt, leicht fließend in Kanäle zu zirkulieren. An einer offenen Kette würden sie innerhalb kürzester Zeit ungenutzt abtropfen oder bereits an der Umlenkspitze des Schwerts vollständig weggeschleudert werden.
Professionelle Divinol-Kettenöle enthalten daher hochwirksame, langkettige Polymere als Haftverbesserer. Diese Additive verleihen dem Öl eine ausgeprägte Adhäsionskraft, wodurch es sich wie ein klebriger, hochelastischer Faden an die Kettenglieder und das Schwert bindet. Der Schmierfilm bleibt exakt dort erhalten, wo die Reibung entsteht.
Verklebungen zwischen den Bolzen, Buchsen und Treibgliedern verringern die Beweglichkeit der Kette. Der dadurch erhöhte Widerstand auf der Führungsschiene begünstigt eine vorzeitige Kettenlängung.
Verharztes Öl kann das Rollenlager des Umlenksterns blockieren. Gleitet die Kette über einen blockierten Stern, beschleunigt die entstehende Reibung den Verschleiß der Schiene.
Rückstände können die Ölaustrittsbohrungen oder die Ölpumpe verstopfen, was die reguläre Schmierung der Säge einschränkt.
Lösungsansatz beim Divinol Bio-Kettenöl R
Um diesen Effekten entgegenzuwirken, verwendet Zeller+Gmelin für das Divinol Bio-Kettenöl R kein kaltgepresstes Rapsöl, sondern raffinierte Öle in RBD-Qualität (Refined, Bleached, Deodorized). Durch diese Veredelung werden instabile Begleitstoffe reduziert. In Kombination mit zugesetzten Oxidationsinhibitoren wird der Schutz vor Verharzung erhöht, was auch nach längeren Standzeiten ein reguläres Anlaufen der Säge unterstützt.
Die Kettengeschwindigkeit bestimmt, wie stark die Fliehkraft auf den Schmierstoff einwirkt. Daher passt Zeller+Gmelin die Viskosität der Öle exakt an die Leistungsklasse der Maschine an.
Für handgeführte Kettensägen im Forst- und Gartenbereich sind Produkte wie das mineralische Divinol Kettenöl H oder das umweltschonende Divinol Bio-Kettenöl R auf einen Viskositätsbereich von ca. 70 bis 100 mm²/s eingestellt. Diese Balance garantiert, dass das Öl dünnflüssig genug ist, um sofort in die kritischen Zwischenräume der Kettenglieder zu kriechen, aber zäh genug bleibt, um nicht abzutropfen.
Bei Holzvollerntern (Harvestern) hingegen laufen schwere, lange Ketten unter extremen mechanischen Kräften und massiv gesteigerten Geschwindigkeiten. Ein Standardöl würde hier sofort wirkungslos abgeschleudert werden. Für diesen Einsatzzweck wurde das Spezialöl Divinol Bio-Kettenöl HV entwickelt. Mit einer deutlich angehobenen Viskosität von ca. 200 mm²/s und thermisch extrem stabilen Haftadditiven sichert es den Schmierfilm zwischen Kette und Harvesterschwert selbst unter härtester Dauerbelastung.
Bei der Kettenschmierung handelt es sich um eine reine Verlustschmierung, was wiederum bedeutet, dass der Schmierstoff vollständig im Wand verbleibt. Daher ist der Einsatz biologisch abbaubarer Kettenöle in staatlichen und kommunalen Forsten sowie in FSC- oder PEFC-zertifizierten Wäldern in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Mit rein mineralischen Produkten dürfen Forstunternehmen dort oft gar nicht erst arbeiten.
Wenn es um einen rechtssicheren Nachweis der Umweltverträglichkeit geht, liefern Umweltsiegel wie das EU-Ecolabel oder der Blaue Engel schnell Informationen. Wichtig ist natürlich auch das der Umweltschutz nicht zu Lasten der Technik geht. Um das zu gewährleisten, durchlaufen die Bio-Kettenöle von Zeller+Gmelin die strengen Gebrauchstauglichkeitsprüfungen des KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik): Das Bestehen dieses Tests garantiert, dass das umweltfreundliche Produkt unter Volllast einen ebenso exzellenten Verschleißschutz bietet wie ein konventionelles Mineralöl.
Der Wechsel der Jahreszeiten stellt den Schmierstoff hierzulande vor physikalische Gegensätze. Im Winter muss das Öl auch bei Frost und zweistelligen Minustemperaturen fließfähig genug bleiben, um von der Ölpumpe ohne Verzögerung gefördert zu werden, während es im Sommer nicht wässrig werden darf, da andernfalls der Schmierfilm abreißt.
Zeller+Gmelin steuert diesen Spagat über einen optimierten Viskositätsindex und einen niedrigen Pourpoint. Durch diese physikalischen Stellschrauben behalten die Divinol-Kettenöle eine bemerkenswerte Temperaturstabilität. Sie dünnen bei Hitze nicht aus und blockieren bei Frost nicht die Pumpe. Der Anwender profitiert von einem Ganzjahresöl, das einen saisonalen Schmierstoffwechsel überflüssig macht.
Beim Aufarbeiten von harzreichen Hölzern wie Kiefer, Fichte oder auch Lärche, kann sich klebriges Baumharz auf der Schneidgarnitur ablagern. Divinol-Bio-Kettenöle lösen dieses Porblem über ihre physikalische Barrierewirkung. Die Additivierung bildet einen beständigen, polaren Trennfilm zwischen dem Metall und dem Baumharz.
Dadurch kann sich das Naturharz nicht dauerhaft an den heißen Kettengliedern festsetzen. In Kombination mit seiner sehr guten Kriechfähigkeit sorgt das kontinuierlich nachgeförderte Öl zudem für eine permanente Spülwirkung: Feinste Harzpartikel und Holzspäne werden laufend aus den Zwischenräumen von Bolzen und Buchse entfernt, bevor sie dort aushärten können.
Zähe, gummiartige und mit Holzstaub stark verbackene Ablagerungen in der Schienennut oder den Öleintrittsbohrungen sind ein deutlicher Hinweis auf die Verwendung eines ungeeigneten Pflanzenöls. Fehlen die notwendige RBD-Veredelung und Oxidationsinhibitoren, reagieren die Fettsäuren mit dem Luftsauerstoff und verharzen das gesamte Schmiersystem.
Eine hohe Konzentration feinster Eisen- und Stahlpartikel in der Schienennut zeigt, dass der Schmierfilm unter Belastung gerissen ist. Dies deutet auf ein Öl mit unzureichendem Druck- und Verschleißschutz hin. Die Folge ist verstärkte Reibung zwischen den Metalloberflächen von Kette und Schiene.
Schwarze, rußartige Ablagerungen im Bereich des Umlenksterns weisen auf eine unzureichende Temperaturstabilität des Öls hin. Dieses Schadensbild tritt häufig auf, wenn Altöl oder Motoröl als Kettenöl verwendet werden. Unter hoher Reibungshitze verdampfen die leichteren Ölbestandteile, während die verbleibenden Additive zu harter Ölkohle werden. Oft sind zusätzlich bläuliche Verfärbungen am Schienenstahl sichtbar.
Ist die Unterseite der Schiene trocken, obwohl sich noch ausreichend Öl im Tank befindet, deutet dies auf fehlende Haftzusätze im Öl hin. Ohne diese langkettigen Polymere kann das Öl den hohen Fliehkräften an der Schwertspitze nicht standhalten. Es wird frühzeitig von der Kette abgeschleudert und steht für die Schmierung nicht mehr zur Verfügung.
Wer beim Kauf von Sägekettenöl nur auf den Preis pro Liter achtet, zahlt am Ende oft drauf. Ein günstiges Haftöl mag im ersten Moment sparen, aber der höhere Verschleiß an Kette und Schwert frisst diesen Vorteil schnell wieder auf.
Zudem haften einfache Öle oft schlechter und werden schneller von der laufenden Kette geschleudert. Um trotzdem ausreichend zu schmieren, muss die Ölpumpe höher eingestellt werden – der tatsächliche Ölverbrauch steigt also deutlich an.
Hochwertige Kettenöle bleiben zuverlässig auf der Kette und schützen das Material auch bei hoher Belastung. Das hat handfeste Vorteile für den Arbeitsalltag: Der Ölverbrauch sinkt, die Schneidwerkzeuge halten länger und Sie sparen sich ständige Unterbrechungen für den Wechsel von Schwert und Kette. Das macht ein gutes Öl auf lange Sicht zur günstigeren Lösung für jeden Forstbetrieb.
Ein Sägekettenöl ist für eine offene Verlustschmierung konzipiert, während Motorenöle für Umlaufschmierungen in geschlossenen Kreisläufen entwickelt werden. Kettenöle enthalten spezielle, langkettige Polymere (Haftverbesserer), die dem Öl eine hohe Adhäsionskraft verleihen. Dadurch bleibt der Schmierfilm trotz der enormen Fliehkräfte an der Umlenkspitze fest an der Kette haften.
Einfache Bio-Öle auf Basis von kaltgepresstem Rapsöl enthalten ungesättigte Fettsäuren, die bei langen Standzeiten mit dem Luftsauerstoff reagieren (Oxidation) und aufpolymerisieren. Das Öl verklebt und verharzt. Divinol nutzt für das Bio-Kettenöl R veredelte RBD-Qualitäten (gereinigtes Rapsöl) und leistungsstarke Antioxidantien, die diese Reaktionen blockieren und einen dauerhaften Verharzungsschutz bieten.
Holzvollernter (Harvester) arbeiten mit wesentlich längeren und schwereren Ketten, die unter extremen Drehzahlen und massiv gesteigerten Geschwindigkeiten laufen. Die dort auftretenden Fliehkräften würden ein Standardöl sofort abschleudern. Spezialöle wie das Divinol Bio-Kettenöl HV besitzen daher eine deutlich höhere Viskosität (ca. 200 mm²/s) und verstärkte Haftzusätze.
Das KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik) prüft Schmierstoffe in harten Praxistests auf ihre reale Gebrauchstauglichkeit. Ein KWF-geprüftes Bio-Kettenöl garantiert dem Anwender, dass das umweltschonende Produkt (mit Blauem Engel oder EU-Ecolabel) in puncto Verschleißschutz, Schmierfilmstabilität und Kältefließverhalten absolut gleichwertig mit konventionellen Mineralölen agiert.
Ein hochwertiges Kettenöl minimiert zwar hocheffizient den mechanischen Widerstand und die Reibung an der Schneidgarnitur, der direkte Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch einer handgeführten Motorsäge ist jedoch vernachlässigbar gering. Eine messbare Kraftstoffersparnis im Forst- und Agrarbetrieb wird primär über den Einsatz spezieller, reibungsoptimierter Motorenöle in den Zug- und Erntemaschinen erzielt.
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