Wird in einem neuen Tab geöffnet

Holztrennmittel

Für die Holzwerkstoffindustrie – Die Basis für stabile Pressprozesse und hochwertige Oberflächen

In der Herstellung von Holzwerkstoffen wie MDF, OSB und Spanplatten hat das Trennmittel einen entscheidenden Einfluss auf Prozesssicherheit und Produktqualität. Es verhindert das Anhaften von Harz- und Holzbestandteilen an Pressblechen und Transportbändern und schützt die Oberflächen der Presse.

Ein optimal abgestimmtes Trennmittel sichert gleichbleibende Oberflächenqualität, reduziert Reinigungsaufwand und minimiert Stillstandszeiten. Was oft als Nebenfaktor gilt, ist in der Praxis ein wesentlicher Beitrag zu stabilen Laufzeiten und effizienter Produktion.

Chemisch-physikalische Barriere gegen MDI- und UF-Harze

Die Trennwirkung in der Heißpresse beruht auf einem stabilen Schutzfilm. Richtig dosiert, verhindert ein Holztrennmittel, dass hochreaktive Klebstoffe wie MDI- oder UF-Harze an den Pressblechen aushärten bzw. anhaften. Produkte der Multiboard-Reihe sind so aufgebaut, dass sie auf der Metalloberfläche verbleiben, anstatt in die Holzfasern einzuziehen. Dadurch wird der direkte Kontakt zwischen Leim und Metall verhindert. Das Resultat sind längere Reinigungsintervalle und eine Produktion ohne Stillstände durch Holz- oder Harzrückstände auf dem Stahl- oder Formband.

Voraussetzungen für Leimhaftung und Lackierung

Das Trennmittel verbleibt in minimalen Mengen auf der produzierten Holzplatte. Diese Reste dürfen die spätere Weiterverarbeitung nicht stören. Ungeeignete Produkte setzen auf unpolare Substanzen wie Silikone oder Paraffinwachse, die eine trennende Grenzschicht bilden.

 

Adhäsionsverlust und Kraterbildung vermeiden

Minderwertige Trennmittelschichten blockieren die spätere Benetzung durch Lacke oder Leime. Das führt zu typischen Fehlerbildern in der Endverarbeitung:

  • Adhäsionsverlust: Lackinhaltsstoffe können keine ausreichende Haftung zur Holzoberfläche aufbauen.
  • Kraterbildung: Ist das Trennmittel zu hydrophob, wird die Lackbenetzung gestört und es entstehen Defekte an der Oberfläche.
  • Verfärbungen: Reste von ungeeigneten Emulgatoren können in die Beschichtung migrieren und deren Aushärtung beeinflussen.

Die Rezepturen von Zeller+Gmelin sind darauf eingestellt, diese Folgen zu vermeiden. Gleichzeitig verbleibt so wenig Substanz auf der Platte, dass die Endprodukte – beispielsweise im Möbelbau – geruchsneutral bleiben.

Präzise Applikation: Zerstäubung und Oberflächenoptik

Die Applikationstechnik und die Viskosität des Mittels greifen direkt ineinander. Je feiner die Zerstäubung des Trennmittels, desto gleichmäßiger verteilt es sich auf der Oberfläche des Stahl- oder Formbandes. Eine gleichmäßige Benetzung verhindert, dass Harz punktuell mit dem Metall in Kontakt kommt. Das vermeidet Fleckenbildung, das sogenannte Spotting, und sorgt für eine homogene Oberfläche des Holzwerkstoffes.

Passivierung statt Korrosion

Neben der reinen Trennwirkung bieten die grenzflächenaktiven Additive einen weiteren Nutzen für die Anlagen. Sie unterstützen die Passivierung der Metalloberfläche von Pressblechen. Da der Leim nicht anhaftet, bleibt das Metall vor direkten chemischen und mechanischen Einflüssen geschützt, was die Lebensdauer des Materials erhöht.

Multiboard-Produktfamilie: Passgenaue Lösungen für Ihre Anlage

Die Holzwerkstoffindustrie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mit unserem Portfolio decken wir sämtliche Anforderungen von Standardanwendungen bis hin zu hochreaktiven Bindemitteln ab:

Multiboard FP-Serie

Wasserlösliche bzw. wassermischbare Konzentrate für die Herstellung von Holzspan- und Holzfaserplatten. Zeigen sowohl bei der Verleimung mit UF- als auch mit Isocyanat-Leimen (pMDI) hohe Trenneigenschaften und ermöglichen niedrige Anwendungskonzentrationen.

Multiboard Strand-Serie

Wasserlösliche bzw. wassermischbare Konzentrate die speziell für die Produktion von pMDI-gebundenen Oriented-Strand-Boards (OSB) entwickelt wurden.

Multiboard PMDI Cleaner

Wasserlösliches Konzentrat zur Herstellung eines Reinigers für die Entfernung von hartnäckigen pMDI-Anhaftungen und Rückständen in der Anlage.

Multiboard Spezial LF

Wasserlösliches, schaumarmes Konzentrat für UF-gebundene Holzspan- und Holzfaserplatten. Die speziellen Verlaufseigenschaften reduzieren die benötigte Primermenge im nachgeschalteten Lackierprozess und eignet sich für die Applikation mittels Sprüh- oder Rotationssystemen.

Mit dem richtigen Holztrennmittel Ihre Prozesskosten senken

In der Holzwerkstoffproduktion rechnen sich Trennmittel über die Maschinenlaufzeit. Ein Produkt, das exakt auf Presstemperatur und eingesetztes Harzsystem abgestimmt ist, reduziert Stillstandszeiten für Reinigungsarbeiten. Es schützt die eingesetzten Stahlbänder und sichert eine reproduzierbare Plattenqualität ohne Ausschuss im nachgeschalteten Lackierprozess.

Zeller+Gmelin entwickelt seit über 160 Jahren Schmierstoffe und Trennmittel. Nutzen Sie diese technische Expertise für Ihre Anlage. Unser Vertriebsteam und unser Labor analysieren ihre spezifischen Prozessdaten – von der eingesetzten Harztechnologie bis zur Applikationsmethode – und definieren das optimal passende Produkt für Ihre Fertigung.

FAQ

Was ist das sicherste Anzeichen für den Einsatz des falschen Trennmittels?

Das Hauptanzeichen sind sichtbare Holz- und Harzrückstände auf dem Stahl- oder Formband. Diese Anhaftungen führen unweigerlich zu Produktionsstopps, da diese aufwendig gereinigt werden müssen.

Warum erfordern pMDI-gebundene Holzwerkstoffe spezielle Trennmittel?

Isocyanat-Harze (pMDI) weisen eine sehr hohe Reaktivität und Klebkraft auf und haften aufgrund ihrer guten Benetzung stark auf Metalloberflächen. Standardformulierungen für UF-Harze durchbrechen diese Adhäsionskräfte bei Presstemperaturen über 200 °C oft nicht. Für pMDI-Leimsysteme werden spezifisch formulierte Konzentrate benötigt, die einen thermisch stabilen Schutzfilm aufbauen, um das Festbacken am Pressblech zu verhindern.

Wie lässt sich der Primerbedarf bei der Plattenlackierung durch das Trennmittel senken?

Schaumarme Konzentrate mit optimierten Verlaufseigenschaften erzeugen eine homogene, dünne Schicht. Sie hinterlassen keine kritisch unpolaren Grenzschichten auf der Oberfläche. Dadurch wird die Oberflächenenergie der fertigen Holzwerkstoffplatte nicht negativ beeinflusst, der flüssige Lack benetzt die Fläche gleichmäßig und der Verbrauch von Haftvermittlern (Primern) sinkt.

Beeinflusst das Trennmittel den Geruch von Möbelstücken?

In der Regel nein. Die Menge an Trennmittel, die nach dem Pressvorgang auf der Holzplatte verbleibt, ist minimal. Bei geeigneter Formulierung hat sie keinen relevanten Einfluss auf den Geruch des fertigen Endprodukts.

Sind lösemittelhaltige Trennmittel für Heißpressen geeignet?

Nicht uneingeschränkt. Wegen der hohen Temperaturen von über 180 °C in der Anlage besteht ein erhöhtes Brand- und Verdampfungsrisiko. In der Holzwerkstoffindustrie werden daher überwiegend wasserbasierte Trennmittelemulsionen eingesetzt.

Sprechen Sie mit unseren Experten und lassen Sie sich in einem persönlichen Gespräch zu den passenden Holztrennmitteln für Ihren Anwendungsfall beraten.

Kontakt