Land und Forst

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Schmierstoffe für Land- und Forstwirtschaft: Produktivität im Einklang mit der Natur

Die moderne Agrar-und Forsttechnik bewegt sich in einem anspruchsvollen Spannungsfeld. Schwere Zugmaschinen, Harvester und Anbaugeräte müssen unter extremen Witterungsbedingungen, maximalen mechanischen Lasten und hohem Zeitdruck absolut zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig erfordert der Einsatz in sensiblen Ökosystemen einen verantwortungsvollen Umgang mit Betriebsmitteln.

Zeller+Gmelin bietet mit der Divinol-Produktlinie hochentwickelte Motoren-, Getriebe-, Hydraulik- und Verlustschmierstoffe, die den strengen Umweltauflagen gerecht werden, ohne Kompromisse bei der technischen Leistungsfähigkeit einzugehen. Das Ziel ist eine lückenlose Betriebssicherheit bei gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen.

Divinol Synthohyd eco 46 im Einsatz

Von der biologischen Abbaubarkeit zur ganzheitlichen Produktbewertung

Lange definierte sich ein umweltverträglicher Forstschmierstoff primär durch die Erfüllung von Mindeststandards zur biologischen Abbaubarkeit. In der Praxis reicht diese isolierte Betrachtung allerdings nicht aus. Ein moderner Hochleistungsschmierstoff für den Forstbereich muss eine ganzheitliche Nachhaltigkeit mit technischer Spitzenleistung verknüpfen. Professionelle Anwender und Forstbetriebe orientieren sich daher an umfassenden, staatlichen und institutionell geprüften Siegeln. Dazu gehören das EU-Ecolabel, der Blaue Engel sowie das renommierte KWF-Testprüfzeichen.

Diese Zertifikate bewerten nicht nur, wie schnell sich ein Fluid im Falle eines unbeabsichtigten Austrags im Boden zersetzt, sondern fordern den strikten Ausschluss bestimmter Gefahrstoffe und den Nachweis einer exzellenten technischen Gebrauchstauglichkeit. Ein bio-basierter Schmierstoff ist wirtschaftlich und ökologisch nur dann sinnvoll, wenn er die Bauteile ebenso effektiv vor Verschleiß schützt wie ein konventionelles Produkt auf Mineralölbasis und somit die Lebensdauer der Maschinen verlängert.

Von der biologischen Abbaubarkeit zur ganzheitlichen Produktbewertung

Technische Exzellenz unter extremen Umweltbedingungen

Die harten Einsatzbedingungen in der Natur erfordern Schmierstoffkonzepte, die physikalischen und chemischen Belastungen dauerhaft standhalten. Zeller+Gmelin setzt hierbei auf innovative Formulierungen und hochwertige synthetische Basisflüssigkeiten.

Zuverlässige Hydraulikfunktion bei tiefen Temperaturen

Bei forstwirtschaftlichen Einsätzen im tiefsten Winter müssen biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeiten sofort einsatzbereit sein. Konventionelle Bio-Öle neigen bei extremen Minusgraden zu starker Verdickung, was die Ölpumpe blockieren und zu Kavitationsschäden führen kann.

Spezialisierte Bio-Hydrauliköle wie die Typen Divinol HE 32 oder Divinol HE 46 nutzen daher teil- und vollgesättigte synthetische Ester sowie Polyalphaolefine (PAO). Diese High-End-Grundöle besitzen von Natur aus ein hervorragendes Kältefließverhalten.

Gekoppelt mit einem extrem hohen Viskositätsindex von teilweise über 180 bleibt die Fließfähigkeit über ein enorm breites Temperaturspektrum stabil. Dadurch decken diese Fluide gleich mehrere Viskositätsklassen ab, verhindern das gefährliche Eindicken bei eisigen Temperaturen und garantieren eine sofortige, lückenlose Durchölung des gesamten Hydrauliksystems direkt nach dem Motorstart.

Haftfähigkeit als Grundlage für Verschleißschutz und Wirtschaftlichkeit

Die Schmierung von Sägeketten an Motorsägen und Harvesteraggregaten erfolgt systembedingt über eine Verlustschmierung. Aufgrund der hohen Kettengeschwindigkeiten herrschen an der Umlenkspitze des Schwerts gewaltige Zentrifugalkräfte. Ein Schmierstoff ohne ausgeprägte Haftfähigkeit (Adhäsion) würde sofort von der Kette weggeschleudert werden, noch bevor er die kritische Unterseite der Führungsschiene erreicht.

Produkte wie das mineralische Divinol Kettenöl H oder die biologisch abbaubaren Alternativen Divinol Bio-Kettenöl R und Divinol Bio-Chain Oil RF sind mit hochwirksamen Haftzusätzen ausgestattet. Diese Additive sorgen dafür, dass das Öl wie ein elastischer Schutzfilm auf den Kettengliedern kleben bleibt. Selbst unter extremem Anpressdruck beim Trennen von starkem Holz reißt dieser Film nicht ab. Das minimiert den mechanischen Abrieb an Schiene und Kette signifikant, senkt die Betriebstemperatur im Schnittspalt und reduziert den Ölverbrauch spürbar, was wiederum den Schmierstoffeintrag in den Waldboden verringert.

RBD-Grundöle für eine höhere Alterungsbeständigkeit

Ein bekanntes Problem älterer Generationen von Bio-Schmierstoffen auf pflanzlicher Basis ist die Tendenz zur Verharzung. Wenn Maschinen über den Sommer oder bei saisonalen Unterbrechungen längere Zeit ungenutzt stehen, reagiert das Öl mit Luftsauerstoff und altert. Es bilden sich zähe, klebrige Rückstände, die Pumpen und Ventile blockieren.

Zeller+Gmelin unterbindet diesen Alterungsprozess bereits bei der Auswahl der Rohstoffe. Für das Divinol Bio-Kettenöl R wird auf einfaches, unraffiniertes kaltgepresstes Rapsöl verzichtet. Stattdessen kommt Rapsöl in sogenannter RBD-Qualität (Refined, Bleached, Deodorized) zum Einsatz.

Dieses intensiv gereinigte Grundöl besitzt eine wesentlich höhere Ausgangsstabilität. Durch die gezielte Beigabe von hochwirksamen Antioxidantien werden freie Radikale im System abgefangen, bevor sie eine Kettenreaktion mit Sauerstoff auslösen können. Das Resultat ist ein dauerhafter Schutz vor Verharzung und ein absolut zuverlässiges Anlaufverhalten der Maschinen selbst nach monatelangen Stillstandsphasen.

Schutz vor Wasser und Hydrolyse im Hydrauliksystem

Da land- und forstwirtschaftliche Maschinen dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind, lässt sich der Eintrag von Kondens- oder Fremdwasser in das Hydrauliksystem kaum vollständig vermeiden. Bei standardmäßigen Bio-Ölen auf Basis nativer Ester führt Feuchtigkeit zur sogenannten Hydrolyse: Das Wasser spaltet die Esterverbindungen chemisch auf. Es entstehen aggressive Säuren, die Dichtungen angreifen, metallische Bauteile korrodieren lassen und die Schmierfähigkeit des Fluids zerstören.

Zeller+Gmelin löst diesen Problemkreis über zwei unterschiedliche technologische Ansätze:

  1. Mit dem Divinol SynthoHyd Eco 46 steht ein vollsynthetisches, biologisch abbaubares Hydrauliköl auf Basis von Polyalphaolefinen (PAO) zur Verfügung. Diese Grundöltechnologie ist chemisch vollständig hydrophob. Da sie keine Feuchtigkeit aufnimmt, ist das Risiko einer Hydrolyse von vornherein ausgeschlossen. Das macht teure und wartungsintensive Bypass-Wasserabscheider im System überflüssig.
  2. Für Systeme, die nicht zwingend ein biologisch abbaubares Produkt mit Umweltzeichen erfordern, bietet Divinol spezielle detergierende und dispergierende Mineralöle an. Diese Fluide besitzen die Fähigkeit, eingetragenes Wasser feinstverteilt im Öl in der Schwebe zu halten. Das Wasser wird dadurch chemisch neutralisiert und kontrolliert dem Filter zugeführt, anstatt sich als freie Phase am Tankboden abzusetzen, wo es Korrosion oder gefährliche Dampfblasenbildung verursachen könnte.

Wirtschaftlichkeit und Flotten-Effizienz

Die Investition in hochwertige Spezialschmierstoffe zahlt sich für landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen direkt in der betriebswirtschaftlichen Endabrechnung aus.

Kraftstoffeinsparung durch reibungsreduzierte Hochleistungsschmierstoffe

Schwere Zugmaschinen und Traktoren sind im täglichen Arbeitseinsatz extremen Belastungen ausgesetzt. Moderne Motorenöle wie das Divinol Multimax Advanced SAE 5W-30 reduzieren durch ihre optimierte Viskositätscharakteristik und den Einsatz fortschrittlicher Reibwertminderer den inneren Widerstand im Motor erheblich. Die mechanischen Bauteile gleiten mit minimalem Widerstand aneinander vorbei.

Diese Effizienzsteigerung sorgt dafür, dass ein geringerer Anteil der Kraftstoffenergie für den reinen Eigenbetrieb des Motors aufgewendet werden muss. Besonders im harten Dauereinsatz unter wechselnden Lastbedingungen führt dies zu einer messbaren Reduktion des Dieselverbrauchs über die gesamte Fahrzeugflotte.

Risikofreier Systemumstieg durch garantierte Mischbarkeit

Ein häufiges Hemmnis beim Wechsel des Schmierstofflieferanten ist die Sorge vor Unverträglichkeiten mit Restmengen des zuvor genutzten Öls im System. Ein vollständiges, rückstandsfreies Entleeren von komplexen Hydraulikanlagen oder Getrieben ist ohne extrem teure und zeitaufwendige Spülprozesse kaum möglich.

Die Produkte von Zeller+Gmelin sind gezielt so formuliert, dass sie eine hervorragende chemische Mischbarkeit mit marktüblichen mineralischen Restmengen aufweisen. Der Umstieg auf Divinol-Schmierstoffe kann somit im Zuge des regulären Wartungszyklus erfolgen. Das technische Risiko von Ausflockungen oder Schmierfilmeinbrüchen wird minimiert, was die Umstellungskosten drastisch senkt und die Betriebssicherheit von Anfang an gewährleistet.

Prävention und Ausblick: Autonome Systeme und Fluidmanagement

Die Lagerung von Schmierstoffgebinden im Freien, auf deren Deckeln sich Regenwasser sammelt, gehört zu den häufigsten Ursachen für eine vorzeitige Qualitätsminderung von Bio-Schmierstoffen. Durch die täglichen Temperaturschwankungen dehnen sich Luft und Fluid im Gebinde aus und ziehen sich wieder zusammen – das Fass „atmet“. Dabei entsteht ein Unterdruck, der das auf dem Deckel stehende Wasser an den Dichtungen vorbei ins Innere saugt. Schon ein Wassergehalt von über 0,1 % kann bio-basierte Öle schädigen und zu klebrigen Rückständen führen. Eine sachgemäße, trockene Lagerung ist daher die erste Stufe der Qualitätssicherung.

Mit Blick auf die Zukunft wird sich das Fluidmanagement durch den Einzug autonomer Landmaschinen und Feldroboter grundlegend verändern. Wenn Maschinen zukünftig rund um die Uhr autark im Einsatz sind, gewinnt die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) eine existenzielle Bedeutung.

Systeme wie der ZG Fluid-Check Pro von Zeller+Gmelin weisen hier den Weg: Smarte Sensorik überwacht den Zustand des Schmierstoffs permanent in Echtzeit direkt in der Maschine. Parameter wie Viskosität, Oxidation und Wassereintrag werden kontinuierlich analysiert. Statt starrer, rein zeit- oder betriebsstundenbasierter Intervalle erfolgt der Schmierstoffwechsel exakt bedarfsgerecht, genau vor dem Erreichen einer kritischen Verschleißgrenze.

Zudem fordert die zunehmende Elektrifizierung von Agrarantrieben Schmierstoffe mit völlig neuen Eigenschaften hinsichtlich thermischer Leitfähigkeit und elektrischer Isolation. Da diese autonomen Systeme ohne Bediener in sensiblen Naturräumen agieren, wird der Stellenwert biologisch abbaubarer Hochleistungsfluide in den kommenden Jahren weiter massiv ansteigen.

Prävention und Ausblick: Autonome Systeme und Fluidmanagement

FAQ

Nein, in der modernen Forstwirtschaft gilt dies nur noch als Mindeststandard. Umfassendere Zertifizierungen wie der Blaue Engel, das EU-Ecolabel oder das KWF-Testprüfzeichen garantieren dem Anwender, dass das Produkt neben der reinen Umweltverträglichkeit auch strengste Kriterien an den Verschleißschutz, das Kälteverhalten und die Langzeitstabilität erfüllt.

Zeller+Gmelin nutzt für Produkte wie das Divinol Bio-Kettenöl R hochwertiges Rapsöl in RBD-Qualität, das durch intensive Reinigung von Natur aus stabiler gegen Alterung ist als einfaches, kaltgepresstes Öl. Gekoppelt mit speziellen antioxidativen Additiven wird die Reaktion mit Sauerstoff wirksam blockiert, sodass Leitungen und Ventile auch nach Monaten nicht verkleben.

Hydrolyse bezeichnet die chemische Spaltung von Esterverbindungen im Öl durch eingetragenes Wasser (z.B. Kondenswasser). Dabei entstehen aggressive Säuren, die Dichtungen und Metalle angreifen. Vermeiden lässt sich dies entweder durch vollsynthetische Bio-Hydrauliköle auf PAO-Basis (wie Divinol SynthoHyd Eco 46), die hydrophob sind und kein Wasser aufnehmen, oder durch spezielle detergierende Schmierstoffe, die feuchtigkeit unschädlich in der Schwebe halten.

Ja, sofern die Produkte eine geprüfte Mischbarkeit mit mineralischen Restmengen aufweisen, wie es bei den Divinol-Produkten der Fall ist. Aufwendige und kostspielige Systemreinigungen entfallen dadurch meist. Dennoch sollten bei der Umstellung die Richtlinien des Maschinenherstellers und die gängigen Umstellungsnormen, wie die VDMA-Richtlinie 24569, beachtet werden.

Schon minimale Wassermengen von über 0,1 % können die chemische Struktur von Bio-Schmierstoffen destabilisieren. Wenn Gebinde ungeschützt im Freien stehen, kann angesammeltes Regenwasser durch das thermisch bedingte „Atmen“ des Fasses ins Innere gesaugt werden. Dies führt zu vorzeitiger Alterung, Säurebildung und Verharzungen, weshalb Schmierstoffe stets trocken und vor Witterung geschützt gelagert werden sollten.

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