Holztrennmittel

Holztrennmittel

Für die Holzwerkstoffindustrie – Die Basis für störungsfreie Pressprozesse und saubere Oberflächen

In der Herstellung von Holzwerkstoffen wie MDF, OSB und Spanplatten bestimmt das Trennmittel maßgeblich die Produktivität der Anlage. Es schützt die teuren Stahlbänder um Anhaftungen von Holzfasern und Partikeln zu vermeiden und sichert die Oberflächenqualität der fertigen Platte. Was oft als Randaspekt der Produktion gilt, hat direkten Einfluss auf die Maschinenlaufzeiten der Heißpressen. Ein präzise abgestimmtes Trennmittel verhindert ungeplante Produktionsstopps für aufwendige Reinigungsarbeiten.

Chemisch-physikalische Barriere gegen MDI- und UF-Harze

Die Trennwirkung in der Heißpresse beruht auf einem stabilen Schutzfilm. Richtig dosiert, verhindert ein Holztrennmittel, dass stark klebende Klebstoffe wie MDI- oder UF-Harze an den Pressblechen aushärten. Produkte der Multiboard-Reihe sind so aufgebaut, dass sie auf der Metalloberfläche verbleiben, anstatt in die Holzfasern einzuziehen. Das stellt sicher, dass der Leim das Metall nicht berührt. Das Resultat sind längere Reinigungsintervalle und eine Produktion ohne Stillstände durch Holzrückstände auf dem Stahl- oder Formband.

Thermische Stabilität: Zuverlässiger Schutzfilm auch bei hohen Temperaturen

In der Heißpresse herrschen Temperaturen, die reguläre Schmierstoffe überfordern. Minderwertige Öle zersetzen sich unter diesen Bedingungen, verdampfen oder verkrusten. Hochleistungs-Holztrennmittel begegnen dieser thermischen Belastung mit einer gezielten Wirkstoffkombination:

Synthetische Ester

Synthetische Ester

Gewährleisten thermische Stabilität und bilden selbst bei über 200 °C einen belastbaren Trennfilm.

Oxidationsinhibitoren

Oxidationsinhibitoren

Verhindern, dass der Schmierstoff unter Hitze mit dem Sauerstoff der Luft reagiert.

Grenzflächenaktive Additive

Grenzflächenaktive Additive

Erzeugen eine chemische Schutzschicht, die direkt auf dem Stahlband anbindet und thermisch stabil bleibt.

Voraussetzungen für Leimhaftung und Lackierung

Das Trennmittel verbleibt in minimalen Mengen auf der produzierten Holzplatte. Diese Reste dürfen die spätere Weiterverarbeitung nicht stören. Ungeeignete Produkte setzen auf unpolare Substanzen wie Silikone oder Paraffinwachse, die eine trennende Grenzschicht bilden.

 

Adhäsionsverlust und Kraterbildung vermeiden

Minderwertige Trennmittelschichten blockieren die spätere Benetzung durch Lacke oder Leime. Das führt zu typischen Fehlerbildern in der Endverarbeitung:

  • Adhäsionsverlust: Lackinhaltsstoffe können keine chemischen Bindungen mit der Zellulose des Holzes eingehen.
  • Kraterbildung: Ist das Trennmittel zu hydrophob, perlt flüssiger Lack bei der Oberflächenbeschichtung ab.
  • Verfärbungen: Reste von ungeeigneten Emulgatoren durchdringen den Lack und stören dessen chemische Aushärtung.

Die Rezepturen von Zeller+Gmelin sind darauf eingestellt, diese Reaktionen auszuschließen. Gleichzeitig verbleibt so wenig Substanz auf der Platte, dass die Endprodukte – beispielsweise im Möbelbau – geruchsneutral bleiben.

Voraussetzungen für Leimhaftung und Lackierung

Präzise Applikation: Zerstäubung und Oberflächenoptik

Die Applikationstechnik und die Viskosität des Mittels greifen direkt ineinander. Je feiner die Zerstäubung des Trennmittels, desto gleichmäßiger verteilt es sich auf der Oberfläche des Stahlbandes. Eine lückenlose Beschichtung verhindert, dass Harz punktuell das Metall berührt. Das vermeidet Fleckenbildung, das sogenannte Spotting, und erzeugt eine homogene Oberfläche des Holzwerkstoffes.

Passivierung statt Korrosion

Neben der reinen Trennwirkung bieten die grenzflächenaktiven Additive einen weiteren Nutzen für die Anlagen. Sie passivieren die Metalloberfläche der Pressbleche. Da der Leim nicht anhaftet, bleibt das Metall vor direkten chemischen und mechanischen Angriffen geschützt, was die Lebensdauer der Bleche erhöht.

Multiboard-Produktfamilie: Passgenaue Lösungen für Ihre Anlage

Die Holzwerkstoffindustrie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mit unserem Multiboard-Portfolio decken wir sämtliche Anforderungen von Standardproduktionen bis hin zu stark klebenden Bindemitteln ab:

Multiboard FP-Serie

Wassermischbare Konzentrate für die Herstellung von Faser- und Spanplatten. Es zeigt vor allem bei der Verleimung mit UF-/MUF-Binder hohe Trenneigenschaften und ermöglicht niedrige Anwendungskonzentrationen. Die Produkte sind vor allem für die Applikation mittels Spraysystemen geeignet.

Multiboard Strand-Serie

Schaumarmes Trennmittelkonzentrat, das exakt für die Produktion von PMDI-gebundenen Oriented-Strand-Boards (OSB-Platten) entwickelt wurde. Diese eignen sich für die Applikation mittels Walzen- sowie Spraysystemen.

Multiboard FWP-Serie

Trennmittelkonzentrate zur Herstellung von UF- /MUF-Verleimten Schicht-Schalungsplatten. Diese eignen sich für die Applikation mittels Rotations- sowie Walzensystemen.

Multiboard PMDI Cleaner

Wasserlösliches Konzentrat zur Entfernung von hartnäckigen pMDI-Anhaftungen und Rückständen in der Anlage.

Mit dem richtigen Holztrennmittel Ihre Prozesskosten senken

In der Holzwerkstoffproduktion rechnen sich Trennmittel über die Maschinenlaufzeit. Ein Produkt, das exakt auf die Presstemperatur und das eingesetzte Harzsystem abgestimmt ist, reduziert die Stillstandszeiten für Reinigungsarbeiten. Es schützt die eingesetzten Stahlbänder und sichert eine reproduzierbare Plattenqualität ohne Ausschuss in der Lackierstraße.

Zeller+Gmelin entwickelt seit über 160 Jahren Schmierstoffe und Trennmittel. Nutzen Sie diese technische Expertise für Ihre Anlage. Unser Vertriebsteam und unser Labor werten Ihre spezifischen Prozessdaten aus – von der eingesetzten Harztechnologie bis zur Applikationsmethode – und definieren das exakt passende Produkt für Ihre Fertigung.

Mit dem richtigen Holztrennmittel Ihre Prozesskosten senken

FAQ

Das Hauptanzeichen sind sichtbare Holz- und Harzrückstände auf dem Stahl- oder Formband. Diese Anhaftungen führen unweigerlich zu Produktionsstopps, da die Bleche aufwendig gereinigt werden müssen.

Isocyanat-Harze (pMDI) weisen eine sehr hohe Klebkraft auf und gehen schnelle chemische Verbindungen mit Metalloberflächen ein. Standardformulierungen für UF-Harze durchbrechen diese Adhäsionskräfte bei Presstemperaturen über 200 °C oft nicht. Für pMDI-Leimsysteme werden spezifisch formulierte Konzentrate benötigt, die einen thermisch stabilen Schutzfilm aufbauen, um das Festbacken am Pressblech zu verhindern.

Schaumarme Konzentrate mit optimierten Verlaufseigenschaften erzeugen eine homogene, dünne Beschichtung. Sie hinterlassen keine unpolaren Grenzschichten auf der Zellulose. Dadurch wird die Oberflächenspannung der fertigen Holzwerkstoffplatte nicht hydrophob verändert, der flüssige Lack benetzt die Fläche optimal und der Verbrauch von Haftvermittlern (Primern) sinkt.

Nein. Die Menge an Trennmittel, die nach dem Pressvorgang auf der Holzplatte verbleibt, ist minimal. Sie hat praktisch keinen Einfluss auf den Geruch des fertigen Endprodukts.

Nein. Wegen der hohen Temperaturen von über 180 °C in der Anlage besteht akute Brandgefahr. In der Holzwerkstoffindustrie werden daher ausschließlich wasserbasierte Trennmittelemulsionen eingesetzt.

Sprechen Sie mit unseren Experten und lassen Sie sich in einem persönlichen Gespräch zu den passenden Holztrennmitteln für Ihren Anwendungsfall beraten.

Kontakt